Das Projekt Ökoprofit

von Joachim Zentgraf, (ehem.) Rektor der Dalberg-Mittelschule a. D.

 


Wofür steht Ökoprofit?

ÖKOPROFIT ist ein Kooperationsprojekt zwischen der öffentlichen Hand und der ansässigen Wirtschaft. Dabei geht es vorrangig darum, die betrieblichen Umweltleistungen zu steuern und Kostensenkungspotenziale aufzudecken. Mit Umweltschutz Geld sparen und den Umweltgedanken zu stärken - das ist die Zielsetzung von Ökoprofit. Das Projekt wurde im Herbst 2011 im schulischen Bereich von der Stadt Aschaffenburg  angestoßen und an unsere Schule herangetragen. Es bietet uns die Möglichkeit, durch Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes konkret Kosten zu sparen und mittels eines Rechts-Checks die Einhaltung arbeitsschutz- und umweltschutzrechtlicher Bestimmungen zu prüfen und umzusetzen. Seit dieser Zeit beschäftigt sich unsere Schule ausdauernd damit.


Was ist Ökoprofit für uns?

Es geht vorrangig darum, innerhalb der Schule Kostensenkungspotentiale aufzudecken und betriebliche Umweltleistungen auch über das Verhalten aller am Schulablauf Beteiligten zu steuern. ÖKOPROFIT ermöglicht es der Schule entsprechende ökonomische Erträge und Erfolgspotentiale zu erwirtschaften. Die Teilnehmer werden motiviert, durch die Entlastung der Umwelt Kosten zu senken und ihr Verhalten zur Nachhaltigkeit zu überdenken. Für die Schule umfasst Nachhaltigkeit im Sinne von ÖKOPROFIT die Bereiche Ökologie, Soziales und aber auch Ökonomie.

 

Was wollen wir im Rahmen des Projektes tun?

Wir wollen im Rahmen von ÖKOPROIFIT die gesamte Schulfamilie/-gemeinschaft (den Sachaufwandsträger mit eingeschlossen) zu einem verantwortlichen Umgang mit der Umwelt sensibilisieren und auf eine umweltgerechte Verhaltensänderung hinwirken. Damit sollen unsere bisherigen Aktivitäten im Bereich lokale Agenda 21 gefestigt und ausgeweitet werden.


Welchen Nutzen hat ÖKOPROFIT für unsere Schule?

Wenn die Schule in ihrer Gesamtheit (Schüler, Lehrer, Eltern, Hausmeister und Reinigungspersonal und Sachaufwandsträger) konsequent und systematisch Energie und Rohstoffe eingespart, sowie Abfälle und Gefahrstoffe stärker vermieden werden, dann spart dies Geld im eigenen Schuletat sowie beim Sachaufwandsträger und schont gleichzeitig die Umwelt. Mit ÖKOPROFIT wollen wir damit einen Schritt weiter auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung gehen.



Deshalb haben sich für uns folgende Leitlinien ergeben:

Umweltleitlinien der Dalberg-Mittelschule

Ausgehend vom Auftrag der bayerischen Haupt-, Mittelschule "Wissen um den Wert und die Gefährdung der natürlichen und kulturellen Umwelt, Bereitschaft zur Mitverantwortung für die Erhaltung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen" legt die Dalberg-Mittelschule als Agenda21-Preisträger des Jahres 2002 der Stadt Aschaffenburg folgende Umweltleitlinien fest:

Der schulische Umweltschutz soll eigenverantwortlich und nachhaltig verbessert werden. Mit unseren Maßnahmen soll einerseits ein geringerer Verbrauch von Energie und Wasser, weniger Aufkommen von Müll sowie ein Einsparen von Materialien erreicht werden. Anderseits sollen unsere Schüler/innen - auch deren Eltern -, Lehrer und andere Nutzer der Schule beständig für Themen unserer Umwelt sensibilisiert werden, um das tägliche Handeln und Verhalten umweltgerecht auszurichten.

Dabei kommt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule eine Vorbildfunktion zu, die es in der täglichen Arbeit zu nutzen gilt.

Erreicht werden soll:

- eine Verminderung von Umweltbelastungen durch ein ökologisches Energiemanagement
- die Einsparung von Wasser sowie die Reduzierung von Müll
- die Einbindung des Umweltschutzes in der Verwaltung und Organisation
- die Sensibilisierung der Schüler/innen, des Lehrerkollegiums sowie aller anderer Personen
  innerhalb der Schulfamilie zu umweltbewusstem Handeln
- die Fortführung von laufenden Umweltprojekten zur Stärkung des Umweltgedankens
- ein Ausbau der Biodiversität innerhalb der Schulanlage
- die Einbindung außerschulischer Nutzer unserer Schulanlage in unsere Bemühungen,
  Ressourcen vor Ort einzusparen
 

Umweltschutz und Nachhaltigkeit beginnen bei jedem einzelnen selbst. Die Summe dieser
Einzelaktivitäten bringt den Erfolg. Deshalb müssen die Ergebnisse unseres Umwelthandelns
regelmäßig veröffentlicht, besprochen und auf Effektivität hin überprüft werden.

Wir warten nicht auf Maßnahmen der Politik!
 

Aschaffenburg, 16.12.2011     gez. J. Zentgraf, R

 


Unser Schulslogen: Ökoprofit - Unsere Schule macht mit!

Unter dem Motto "Zusammen Talente fördern, Defizite abbauen" werden die Kinder unserer Schule in Regel- und Ganztagsklassen in vielen Bereichen unterrichtet und gefördert.
Unsere Schule ist ein Lebensraum, in dem Werteerziehung, interkulturelle Förderung, ganzheitliche Bildung, Förderung sozialer Kompetenzen, sowie Freizeit- und Gesundheitserziehung ihren Platz haben. Verschiedene Experten von außen, sowie Eltern, der Förderverein und Lehrkräfte tragen ihren Teil zur umfassenden Bildung unserer Kinder bei. Die Umwelterziehung spielt in all diesen Bereichen eine große Rolle. Durch die Ganztagesbeschulung kann das Unterrichtsprinzip "Umwelterziehung" umfassend verwirklicht werden. Daran arbeiten wir in allen Jahrgangstufen über das ganze Schuljahr hinweg.


Unsere Projekte im Bereich Ökoprofit:

Projekt 1: Ökoprofis zeigen Verantwortung

Schüler aus der sechsten bis achten Jahrgangsstufe haben fächerübergreifend konkrete Ideen und Maßnahmen gesammelt, wie wir Ressourcen wie Wasser, Strom und Gas durch verantwortungsvollen Umgang im täglichen Schulbetrieb einsparen können. Einzelne Schüler wurden zu Energiebeauftragten ernannt, die den jeweiligen Verbrauch ermitteln und kontrollieren. Unsere „Ökoprofis“ gehen dafür zweimal täglich nach den Pausen durch das Schulhaus, um den Einsparungseffekt zu optimieren und zu überprüfen. Monatlich gibt es Feedback-Treffen, am Schuljahresende erfolgt der Datenabgleich.

 

Projekt 2: Umweltpädagogik

Die Ökosysteme „Wald und Wiese“ sind unser aktives Betätigungsfeld für Klimaschutz, Artenvielfalt und Umweltschutz: Seit 1990 läuft dieses Projekt bereits fortlaufend an unserer Schule und wurde ab September 2011 neu auf Ökoprofit hin ausgerichtet. In der Arbeitsgemeinschaft „Wald“ haben wir im Strietwald die Anlage und Pflege eines Feucht-Biotops übernommen.

Wir haben unter anderem Bäume gepflanzt und deren Wachstum kontrolliert, uns mit Biodiversität und CO2-Ausgleichsflächen beschäftigt. Auf der Streuobstwiese wurden die Artenvielfalt untersucht, Obstbäume gepflegt, Äpfel geerntet und Apfelsaft gekeltert.

 

Projekt 3: Strom aus erneuerbaren Energien

Ausgehend von unseren Lehrplänen haben wir uns mit der herkömmlichen Stromerzeugung auseinandergesetzt, uns mit Energieumwandlungsketten beschäftigt und dabei die Vorteile erneuerbarer Energie herausgestellt. Schwerpunktmäßig haben wir uns mit Solar- und Windenergie beschäftigt. Unsere Schüler haben nicht nur gelernt, was erneuerbare Energien sind und wie ihr eigenes Verbrauchsverhalten aussieht, sondern haben auch wichtige praktische Erfahrungen mit Experimenten gemacht. Im laufenden Schuljahr werden wir zusammen mit dem Projekt 4 einen Brunnen im Pausenhof anlegen und dazu eine mobile Solaranlage bauen, die im Juli 2013 in Betrieb gehen soll.

 

Projekt 4: Der Pausenhof - Lebensraum für Mensch und Tier

Unser Pausenhof sollte neu gestaltet und bepflanzt werden, so dass nicht nur eine Erholungsfläche für Schüler und Lehrer, sondern auch artgerechte Lebensräume für Vögel und Insekten entstehen (Stichwort Biodiversivität). Die Schüler lernen wichtige Beziehungen im Hinblick auf Bepflanzung, Boden und Tiere kennen, befragen Experten und planen die Neugestaltung selbst. Wir haben Nistkästen gefertigt und legen gemeinsam mit dem Stromprojekt einen Teich mit Solarbrunnen an.


Das treibt uns auch künftig an:

Das Umweltteam betreut die Maßnahmen fortlaufend und überwacht die Strom-, Wasser-, Energie- und Papiereinsparung. Hier steht die Schule in ständiger Kooperation mit der Stadt Aschaffenburg als Sachaufwandsträger.

Wir haben als Schule den Auftrag, das Wissen um den Wert und die Gefährdung der natürlichen und kulturellen Umwelt zu vermitteln, sowie die Bereitschaft zur Mitverantwortung für die Erhaltung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu fördern.

 

Dies wollen wir von Schülergeneration zu Schülergeneration weitergeben.